
Das Konzentrationslager “Theresienstadt“ nimmt in der Geschichte des zweiten Weltkriegs einen wichtigen, oftmals jedoch unbeachteten Stellenwert ein. Von den Nazis zunächst als “Durchgangslager“ nach Auschwitz errichtet, entwickelte sich in Theresienstadt ein reges Kulturleben, was durch zahlreiche ins Lager deportierte Musiker, Intellektuelle und Prominente belebt und befeuert wurde. Anfangs kaum geduldet, entdeckte das NS-Regime später die Möglichkeit, das kulturelle Leben Theresienstadts als Propaganda-Instrument zu eigenen Zwecken zu missbrauchen. So wurde Theresienstadt als Vorzeigelager benutzt, um der Aussenwelt zu zeigen, wie gut es Jüdinnen und Juden während der NS-Herrschaft angeblich ginge. Zahlreiche Musiker wie Gideon Klein, Juliette Arányi oder Viktor Ullmann wurden in Gaskammern ermordet, ihre Kunst seither vergessen und nicht restituiert. “Tanz auf den Gräbern” stellt das Lagerleben anhand zahlreicher Originaldokumente aus Theresienstadt, wie beispielsweise Tagebüchern und Briefen dar und erinnert an vergessene jüdische Künstlerinnen und Künstler, welche im Lager gelebt und gearbeitet hatten.
Das Bühnenbild greift “Theresienstadt” als “Scheinwelt” auf – oder, es ist alles nur Fassade. Drei gemalte Häuserwände, die exemplarisch auf Gebäuder des Konzentrationslagers verweisen, spannen über Eck einen Raum auf, ein städtischer, aber auch ein Innenraum – das Gemeinschaftshaus. Darin erklingt die Musik und um einen Tisch werden die Erinnerungen ausgetauscht.









Projekt
Bühnenbild, Projektion
Malerinnen
Yanina Khasanova, Cynthia Kiesswetter
Konzept und Komposition
Emanuel Meshvinski
Regie
Jakob Schumann
Kostüme & Make-Up
Ksenia Ignatenko
Schauspiel
Annabelle Matthies, Leon Blohm, Charlotta Grimm
Jahr
2024